Armin BEYRICH

Jahrgang 1938 - VfL Kaufering

Wenn dies keine lange Sportlerlaufbahn ist: mit sieben Jahren begeisterte erste Teilnahme am örtlichen Turnfest, mit 70 Jahren Teilnahme an Bayern-, Deutschen, Europa- und Weltmeisterschaften - allerdings nicht bei den Turnern…

Aber lasst mich der Reihe nach erzählen.

Der Ursprung liegt in einer sehr sportlichen Familie. Beide Eltern waren aktive Turner - auch über die engere Familie hinaus mangelte es nicht an Aktiven: eine Schwimmerin die Tante, ein Onkel beim Straßenradrennen (merkt ihr was?), ein anderer war Boxer (hmm…).

Am Laufen war ich nicht so interessiert; sie schoben mich noch mit vier im Kinderwagen. Schon eher am Skilauf: man sah mich als Zwölfjährigen mit Vaters 2-m-Vollholz-Latten durch die Botanik stapfen. Mit 14 endlich eigene Ski. Das war der Anlas, dem Skiverein beizutreten. Dort gab es einen Trainer, der uns Buben mit 3maligem Üben pro Woche Freude an der Bewegung vermittelte und auf Wettkämpfe vorbereitete. Er war es auch, der stets auf die charakterlichen Aspekte des Sports seiner Schützlinge achtete.Kurz: er war mein Vorbild durch all die Jahrzehnte. Die Schule gefiel mir ganz gut, weshalb ich dort 12 Jahre verbrachte. Bei Leichtathletiksportfesten meist erfolgreich dabei. Urkunden und Medaillen begründeten meine Sammelleidenschaft. Es folgte ein Studium der Elektrotechnik, hatte ich mich doch in der Freizeit gern mit allem Technischen beschäftigt. Danach angestellt in einem Institut für Chip-Entwicklung. 

Der Wunsch nach einer Familie ging alsbald in Erfüllung und gipfelte nach und nach in einem Mini-Sportclub von 5 Mitgliedern. Unsere Mutti und ich waren aktiv im Straßen- und Crosslauf, die 3 Kinder zusätzlich im Schwimmen. Und, nicht vergessen, im Skilanglauf. Fleißiges Training zahlte sich aus in Medaillen bei Kreis- und Landesmeisterschaften. Mutti trug sehr zu den Erfolgen bei, sorgte sie doch aufopfernd für Essen, Trinken und frische Wäsche. So ist es auch heute noch (ohne die Kinder): sie unterstützt mich ganz prima bei meinen Unternehmungen. Das musste wieder mal gesagt werden! 

Eine willkommene Ergänzung des sportlichen Lebens war der Triathlon in den frühen 80er Jahren. Bis dahin hatte ich nach unserem Umzug nach Bayern einige schöne Erfolge im Skilanglauf; jetzt zog mich Triathlon an. Und ließ mich sodann nicht mehr los. Das heißt nicht, dass ich die Ski in die Ecke gestellt hätte; vielmehr sahen mich Meisterschaften (Bayerische, Deutsche), Senioren-Weltcuprennen und Skimarathons am Start, angeführt vom Wasalauf. Die Skirennen traten erst nach der Einführung des Wintertriathlons in den Hintergrund.

In den 90ern nahm ich vorwiegend an „Olympischen“ in der Region teil. Erst gegen Ende dieser Periode erweiterte ich meinen Horizont durch Ironmans auf Lanzarote und in Roth, sowie den (eben erfundenen) Wintertriathlon. Gleich in der ersten Wintersaison, 1999, gelangen mir DM-Silber und WM-Gold.

Mittlerweile hatte sich eine dritte Art Triathlon etabliert: Cross-Triathlon unter dem Markennamen Xterra. Mein erster: Titisee, 2002. Viele weitere folgten. Größte Erfolge waren der Sieg in Maui 2004, der Vize-Titel (AK65) bei den 2007 ETU-EM auf Ibiza und der Sieg (AK70) bei den 2008 ETU-EM in Holland.

Im neuen Jahrhundert hatte ich mein Arbeitsleben mit 65 beendet. Das wirkte sich positiv aus; brachte nicht nur mehr Freizeit, sondern auch schöne Erfolge im Sport sowie einen guten Übergang auf‘s Rentnerleben. Rückblickend kann ich sagen, dass sich Körper und Geist trotz (oder aufgrund?) so mancher sportlichen Grenzbelastung leistungsfähig gehalten haben. Ich freue mich, dass ich gesund geblieben bin und hoffe, dass es so bleibt und ich mich weiterhin in der Triathlon-Familie wohlfühlen kann.

Was ich bei den verschiedenen Triathlons der letzten Jahre alles so erleben durfte, habe ich hier mal in Kurzform zusammengestellt.

Erster Triathlon: im August 1985 in Bad Endorf, Platz 4 AK

Erster Ironman: IM Germany 1999 in Roth

Schönster: Xterra Italien auf Sardinien 2007 – Spitzenlandschaft, fordernder Radkurs; Sieg AK65

Exotischster: Xterra Saipan 2004, Nördliche Marianen, Westpazifik – kleine Insel, große Begeisterung der Bewohner, Schwimmen in 28°C, Rad/Lauf teilweise im Urwald, Lauf u.a. einige 100 m in enger Felsengrotte bei Fackelschein

Stürmischster: Ironman Südafrika 2001 – beim Radeln Windböen von schräg, 100 km/h-Sturm beim Marathon, Strandstraße mit Wanderdünen, auf den letzten km Windschutz durch meine tapfere Frau

Steilster: Half-IM St Croix 2005 – Radkurs mit 2x Anstieg 18 %, Sieg AK65 und Kona-Quali

Wärmster: Half-IM Texas 2000 in Lubbock – Luft 110°F / 44°C, (Eis-)Wasser jede ½ Meile

Kältester: Xterra Germany August 2008 in Zittau – Luft 12°C, Starkregen, Schlammschlacht

Kältestes Wasser: Xterra Austria 2005 im Achensee: 13°C, Neopren Pflicht, Strecke verkürzt

Verregnet: Half-IM Wales 2002 / Xterra Germany August 2008 in Zittau

Verpasster: Xterra Baskenland 2005 - war auf Startzeit 13 Uhr programmiert statt 10:30; Tränen; Trost durch den Veranstalter: Startgeld wird für’s Folgejahr aufgehoben

Längster: Cross-EM 2008 auf Ameland, Holland – mangels Einweiser einige km zuviel gelaufen (aber im Limit durch’s Ziel = Sieger AK70)

Glücklichster: Xterra WM Maui 2004 – Sieg und WM-Titel AK65

Wertvollste: World Masters Games 2002 in Melbourne / 2005 in Edmonton; jeweils Goldmedaille, gegen starke einheimische Konkurrenz

Enttäuschendster: Winter-WM 2003 Oberstaufen – Halbe Runde Ski zuviel gelaufen, Platz 2

Unglücklichster: Xterra Germany 2003 in Titisee – unterseeische Glasscherbe im Fuß, Doc nimmt mich aus dem Rennen

Noch ein Unglücklicher: Xterra Maui 2008 – kurz vor der Abreise nach Hawai’i Rippenbruch

Knappster: Ironman Brasilien 2004 - verschwommen in der Strömung, Schwimmlimit gerade noch erreicht, nur Platz 3 AK65

Bester Service: IM Korea 2001 auf der Insel Jeju - jede Menge Massagehelfer, war 3x dran!

Verkrampftester: IM Lanzarote 1999 – Schmerz laß‘ nach; Platz 5 AK60

Kriminellster: IM Germany 2003 in Frankfurt – am Vortag das Rad gestohlen; dank Lothar Leder doch gestartet; nur Platz 2, keine Kona-Quali

Schwachschwimmerfreundlichster: IM 70.3 Monaco 2006 – sehr kurze Schwimmstrecke; Quali für die 70.3-WM in Florida im November. Dort Platz 6 (AK65)

Erfolgreichste Serie: Maui 2002/2003/2004 – Platz 2/3/1 = kompletter Medaillensatz

Effektivste Reise: World Masters Games 2002 Melbourne > geschäftlich in Singapur und Malaysia > Tokio > Xterra Maui 2002 = einmal um den Globus

Verrückteste Woche: IM Südafrika 2001/ Winter-WM 2001 Lenzerheide – montags Flug nach Kapstadt, Di/Mi Sightseeing, Do Flug nach München, So Wintertriathlon-WM in der Schweiz (Vize-WM AK60), Di erneut nach Kapstadt, Mi/Do/Fr Streckentraining, So Ironman Südafrika

Effektivster Tag: 1998 König-Ludwig-Triathlon vormittags /Landsberger Sprint-Triathlon nachmittags

Mein liebster Triathlon: Alpen-Triathlon Schliersee

Vielseitigster: Xterra Winter-WM 2008 in Salt Lake City (Mountain Bike-Schneeschuhlauf-Crosslauf-Tourengehen), Sieger AK70