K.-H. OBERHUBER

Jahrgang 1955 - RC Germania Weißenburg

Wie kams? - Fußball im Dorfverein nach 600 Spielen langweilig geworden – als gelernter Mittelstreckenläufer ab 1983 ernsthafteres Lauftraining mit 30 bis 50 Wochenkilometern – etliche Kreismeistertitel (5.000m-Bestzeit 16.10 min. -  1. Münchenmarathon 1982 in 3.17 Std.) – anschließend Steigerung des Trainingsumfanges auf ca. 70 km/Woche - Ergebnis 1.28 Std. auf  25 km und 2.48 Std. beim Marathon in München 1985 – 1983/84 erste Berichte über den Ironman Hawaii  –  Anmeldung zum Eichstätter Triathlon 1986 als „Nichtschwimmer“ im Surfanzug des Nachbarn, geliehenem Rennrad und schnellen Beinen – Ergebnis: schwach begonnen, anschließend Steigerung und Hochgefühl beim Laufen in einer 38er Laufzeit – insgesamt erstes Drittel !!! – toll.

Material musste her: Bianchirennrad mit Klickpedalen für 1500 DM – gebrauchter Neo für 50 Mark – kurzarm – den nächsten Triathlons stand nichts mehr im Wege.

Schlüsselerlebnis 1988: Die Rother Triathlonprominenz mit Detlef Kühnel und Hubert Schwarz taucht am Kleinen Brombachsee auf und organisiert insgesamt 4 mal den „internationalen Seehoftriathlon“ u.a. die Bayerische Meisterschaft – ich war plötzlich drin in der Szene. Triathlonwettkämpfe vornehmlich in Bayern wurden zur maßgeblichen Wochenendbeschäftigung – ein Campingbus wurde zum Tri-mobil umfunktioniert – nach einer Steigerung des Trainingsumfanges beim Schwimmen auf wöchentlich 3 bis 4 km waren 27er bis 28er Schwimmzeiten und AK-Stockerlplätze die Regel, mit gezielten Schwimmtraining in der Gruppe gelangen sogar 23er Zeiten.

1989 Anmeldung zum Ironman Roth – Ziel: Ankommen unter 12 Stunden – Training: 8 Wettkämpfe im Duathlon und Kurztriathlon - Radausfahrt max. 80 km und Schwimmen max. 2 km - wie liefs: nach 1.06 Std. im Wechselzelt – Uhr kaputt!? – rauf auf die weiße mit hirschgeweihähnlichem Triathlonlenker und Scheibenverkleidung ausgestatte „Rennmaschine“- 30er Schnitt wäre super- Zuschauer wie bei der Tour de France – traumhaft – nach 5:17 Std. Radwechsel – Wahnsinn - Uhr immer noch kaputt?? – die ersten Kilometer, viele Zuschauer  - die Beine laufen wie von selbst – km 10 - der Mann mit dem Hammer ist da - was nun - weiterkämpfen, durchbeißen – klappte auf Anhieb und ich erreichte in der Traumzeit von 9.58 Std. beim ersten Ironman das Ziel, ganz ohne spezielle Vorbereitung und mit Billigmaterial.

Das Gefühl war unbeschreiblich und hielt irgendwie bis heute an - zwischenzeitlich wurden mehr als 200 Triathlons- und Duathlons (ich habe diese nicht gezählt und werde Sie auch nicht zählen oder archivieren) mit einer ansehnlichen Titelsammlung und vielen schönen Erinnerungen. Ca. 150 glänzende, letztendlich wertlose Pokale verstauben im Keller. Meine Bestzeit auf der Langstrecke konnte  mit gezielterem Training (ca. 120 km Schwimmen, 8.000 km Rad  und ca. 2.200 km Laufen) auf 9.19 Std. beim Ironman in Roth 1993 gesteigert werden, 2 Hawaiiteilnahmen, Ironman Kanada, 6 x Roth, Schwerin (Dt. Vizemeister TM 40) und Vizeweltmeister 2006 in der TM 50 auf der Langstrecke in Dänemark und 2008 auf der olympischen Distanz in Lausanne waren Highlights. Weitere Erfolge waren der Gewinn der BTV-Serie in der TM 40, mehrere Bayer. Meistertitel - zuletzt 2006 - und Deutsche Vizemeistertitel auf der Langdistanz, Kurzdistanz und im Duathlon. Nach einer Knie- und einer Schulteroperation im Jahr 2009 war es für mich der schönste Erfolg überhaupt in Budapest den WM-Titel in der TM 55 auf der Sprintdistanz und dem Vizetitel beim Aquathlon zu erringen. 

Triathlon ist etabliert - ausgebuchte Wettkämpfe und eine hohe Anzahl von qualitativ hochwertigen Wettkämpfen wie Challenge Roth, Rothseetriathlon, Erlangen etc. – lassen für die Sportart Triathlon keine Zukunftsängste aufkommen.

Triathlon ist für mich immer noch die faszinierendste Sportart mit der Möglichkeit dem eintönigen Alltag teilweise zu entfliehen und vor allem um fit zu bleiben.

Die meisten Wettkämpfe habe ich hinter mir – wenn die Gesundheit mitmacht kommen evtl. noch einige dazu…..schau mer mal ! Es gibt ja auch noch was anderes …..!

Sport ist und sollte die schönste Nebensache der Welt bleiben.